Das abrupte Ende einer Ideologie
Erstaunliches spielt sich ab in dieser Zeit ökonomischer Rückbesinnung. Hätte man vor 12 Monaten eine Umfrage gemacht darüber, ob sich der Staat idealerweise aus der Privatwirtschaft raushalten soll, hätten wahrscheinlich über 70 % zugestimmt. Hätte man sie gefragt, weshalb das so ist, hätte ein Teil mit der Schulter gezuckt, ein grosser Teil jedoch hätte geantwortet: Weil der Staat den Markt nur negativ beeinflusst.
In dieser Antwort liegt eine Gewissheit, die in den letzten Monaten ziemlich unter die Räder gekommen ist. Nicht einmal die miserabelste Staatsintervention würde ein solches Desaster anrichten können, wie es unregulierte Märkte nun hinbekommen haben.
Das weit verbreitete Credo, dass der Staat in wirtschaftspolitischer Hinsicht dann die beste Rolle einnimmt, wenn er durch Abwesenheit glänzt, ist das Resultat einer äusserst erfolgreich verbreiteten Ideologie, die es geschafft hat, eine Theorie als die Wahrheit zu verkaufen.
Nicht überall ist diese Denkschule so erfolgreich gewesen: In Frankreich beispielsweise war es immer Common Sense, dass sich die Allgemeinheit in Form des Staates am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Natürlich kann man anführen, dass Frankreich jede Menge Probleme hat in wirtschaftlicher Hinsicht; schaut man sich aber das Wachstum seines BIP der letzten 15 Jahre an, und legt die Kurve über jene der Schweiz und anderer Staaten, scheint unser westlicher Nachbar nicht im geringsten abzufallen mit seiner Staatsquote von über 50 %.
In der neuen Riege im Weissen Haus findet man lauter Cracks, die nie der neoliberalen Denkschule angehört haben, und deren Sachverstand ausser Zweifel steht. Die Rückkehr zu wirtschaftlichem Pragmatismus ist - bei allem Katzenjammer – der grosse Trost des Jahres 2008.





Kommentare