Was für ein Trauerspiel! Da ist die Volkspartei so nahe an der Rückkehr in die Landesregierung, mit einer todsicheren Vorlage durch ihren ehemaligen Vertreter und kaum jemandem, der ihren Anspruch auf wenigstens einen echten Sitz in Zweifel ziehen würde. Doch da kommt der Übervater, tut seine Unlust auf eine erneute Kandidatur kund, und Zack! ist's wieder geschehen um die Vernunft der SVP. Als ob sie nicht wüsste, dass es doch allein schon ihre Zwängerei mit einer Einerkandidatur der Bundesversammlung verunmöglichen würde, für Blocher zu stimmen. Ich weiss ja nicht, wie das in der SVP ausschaut, aber ausserhalb lassen sich die Volksvertreter sicher nicht als Hanswürste hinstellen, in dem sie einfach kuschen und den Befehl zur Wahl brav abnicken.

Es ist, als ob Blochers Credo („Ich will nicht, ergo muss ich“) auf unheimliche Weise auf die Partei übertragen hat: Sie will wieder in den Bundesrat, also verweigert sie sich der Wahltauglichkeit. Dafür müssen nun alle SVP Schwergewichte auf die Zähne beissen und wie in einer Sekte dem Guru den Vortritt lassen. Es ist erbärmlich.