Während George W. Bushs Krieg ins sechste Jahr geht, zeitigt die cinematographische Aufarbeitung wertvolle und verstörende Perspektiven. Paul Haggis’ „In the Valley of Elah“ setzt sich mit den Versehrungen auseinander, die der Krieg in den zurückgekehrten Soldaten hinterlässt, und er ist deshalb weit mehr als ein Film zum Thema Irak. Sein Film ist ein entwaffnender Kommentar zum Krieg im Allgemeinen, zum monströsen Schaden, den er in den Menschen anrichtet.

Es ist die Geschichte eines Mannes, dem die Möglichkeit abhanden kommt, den Verlust seines zweiten Sohnes als Opfer eines in irgendeiner Weise notwendigen Kampfes zu begreifen. Dieser Trost bleibt ihm verwehrt, da sein Sohn nicht Opfer eines Täters nach den Regeln des Krieges wird. Denn die Wahrhaftigkeit dieser Geschichte birgt in sich die Weisheit, nach der es im Krieg nur Verlierer gibt. Der verlorene Sohn wird denn auch Opfer anderer Opfer, anderer Verlierer des Krieges. Es sind dies seine Freunde, die ihn im Streit ermorden; einem Streit, der so willkürlich und zufällig sein Opfer fordert wie die meisten Opfer in den meisten Kriegen gefordert werden.

Haggis’ Film ist auch eine bittere Würdigung für die Überlebenden eines Krieges. Das Skandalon, das ein vermeidbarer und trotzdem geführter Krieg darstellt, ist in diesem Drama implizit enthalten; es bedarf keines zusätzlichen Kommentars. Auch das macht diesen Film zu einem konsequenten, unerbittlichen Beitrag.