Endlich
Endlich ist es soweit: die USA haben ihren Präsidenten gewählt. Damit endet auch ein Wahlkrampf, an dem die restliche Welt als Zaungast beiwohnen durfte; eine Rolle, die auf Dauer aus psychohygienischer Sicht nicht unproblematisch ist: Wer kann schon behaupten, dass es ihn oder sie mit Stolz erfüllt, ständig über Kandidaten auf dem Laufenden gehalten zu werden, die gar nicht in unseren Breiten politisieren werden? Sich ständig in Diskussionen wiederzufinden über ein Land, das uns mit seiner Dominanz seit mindestens acht Jahren auf den Wecker geht? Und jeden morgen auf allen Kanälen und an erster Stelle die neuesten Umfragen aufgedrängt bekommen, bevor dann der Fokus auf Themen minderer, sprich nationaler Bedeutung gelegt wird?
Der Enthusiasmus der Medien für den US-Wahlkampf ist leicht verständlich, gibt er doch jede Menge saftiger Geschichten her, aus denen zum Schluss so etwas wie die mächtigste Politikfigur hervorgeht. Eine äusserst rationale Kalkulation, die für die meisten Mediennutzern nachvollziehbar ist. Durch die geradezu hysterische Berichterstattung wird sie jedoch arg strapaziert. Vor allem im Radio: Oder wen nerven sie nicht, die penetrant pathetischen O-Ton Einspielungen? Dann schreiben Sie unten Ihren Kommentar. Sehen Sie? Da steht nichts. Es gibt niemanden, der nicht darauf verzichten möchte.
Antiamerikanismus ist ein komplexes Syndrom, das primär von irrationalen Impulsen und subjektiven Wahrnehmungen genährt wird. Der mediale Overkill diesen Herbst war diesem leider nicht abträglich. Wenigstens ist es der neue Präsident.




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