26. Januar 2007
Offroader und Kulturkämpfe
Sport-Utility-Vehicles, neudeutsch Offroader genannt, sind eine automobile Provokation. Sie sind die unverschämte Blossstellung des Versuchs, einem Automobil so etwas wie Vernunft anzudichten. Wohl die arroganteste Art, der mobilen Bescheidenheit den Finger zu zeigen. Nun lancieren die Grünen eine „Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge“, die durstige Geländewagen verbieten will.
Kein Zweifel, das Phänomen der Offroader gehört zu den düsteren in der Geschichte menschlicher Modeverirrungen. Vor fünfzehn Jahren gabs neben dem Range Rover vielleicht noch den Jeep Cherokee, und man sah sie vorwiegend in ländlichen Regionen, versehen mit dem Alibi der Geländetauglichkeit. Wie eine Seuche verbreiteten sie sich in den Neunziger Jahren, schlichen sich in die Vororte und infizierten unbescholtene Mitsubishifahrer. Aus unerfindlichen Gründen schien es plötzlich opportun, ein überdimensioniertes zwei-Tonnen-Geschoss durch die Strassen zu navigieren. Und je mehr sich trauten, umso mehr folgten. Wie die sprichwörtlichen Lemminge sprangen die Menschen in den grösstmöglichen energetischen Aberwitz der Geschichte. Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der Mensch eben nur bedingt ein rationaler Nutzenmaximierer ist: Hier war er.
Kein Wunder ärgern sich viele über die stolz präsentierte Ignoranz. Diesen Wagen fehlt einfach die Rechtfertigung. Anders als den Minivans, denen immer ein „Sorry, Familie“-Alibi anhaftet und die deshalb gegen Kritik immun sind. Und anders als den Reiselimousinen, denen Businesscharakter und Weltläufigkeit die nötige Gravitas verleiht. Und anders als den Sportwagen, deren Physis anderes suggeriert als Benzinschluckertum. Doch sie alle belasten die Umwelt im selben Ausmass wie die Geländewagen. Nur tun sie es diskreter.
Der Kampf für ein Verbot von Offroadern ist deshalb weniger ein umweltpolitischer als ein kultureller: Das SUV ist der Wagen des Emporkömmlings, des Bourgeois, des ignoranten Egomanen, des unkultivierten neureichen Protzers. Es ist die unverschämte Zurschaustellung der Ruchlosigkeit, die hier am Pranger steht.
Die Betroffenen wehren sich mit dem Verweis auf Neid und Missgunst. Sie liegen damit nicht richtig. Aber auch nicht ganz falsch.
Kein Zweifel, das Phänomen der Offroader gehört zu den düsteren in der Geschichte menschlicher Modeverirrungen. Vor fünfzehn Jahren gabs neben dem Range Rover vielleicht noch den Jeep Cherokee, und man sah sie vorwiegend in ländlichen Regionen, versehen mit dem Alibi der Geländetauglichkeit. Wie eine Seuche verbreiteten sie sich in den Neunziger Jahren, schlichen sich in die Vororte und infizierten unbescholtene Mitsubishifahrer. Aus unerfindlichen Gründen schien es plötzlich opportun, ein überdimensioniertes zwei-Tonnen-Geschoss durch die Strassen zu navigieren. Und je mehr sich trauten, umso mehr folgten. Wie die sprichwörtlichen Lemminge sprangen die Menschen in den grösstmöglichen energetischen Aberwitz der Geschichte. Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der Mensch eben nur bedingt ein rationaler Nutzenmaximierer ist: Hier war er.
Kein Wunder ärgern sich viele über die stolz präsentierte Ignoranz. Diesen Wagen fehlt einfach die Rechtfertigung. Anders als den Minivans, denen immer ein „Sorry, Familie“-Alibi anhaftet und die deshalb gegen Kritik immun sind. Und anders als den Reiselimousinen, denen Businesscharakter und Weltläufigkeit die nötige Gravitas verleiht. Und anders als den Sportwagen, deren Physis anderes suggeriert als Benzinschluckertum. Doch sie alle belasten die Umwelt im selben Ausmass wie die Geländewagen. Nur tun sie es diskreter.
Der Kampf für ein Verbot von Offroadern ist deshalb weniger ein umweltpolitischer als ein kultureller: Das SUV ist der Wagen des Emporkömmlings, des Bourgeois, des ignoranten Egomanen, des unkultivierten neureichen Protzers. Es ist die unverschämte Zurschaustellung der Ruchlosigkeit, die hier am Pranger steht.
Die Betroffenen wehren sich mit dem Verweis auf Neid und Missgunst. Sie liegen damit nicht richtig. Aber auch nicht ganz falsch.



