22. Dezember 2006
Accomplish the mission!
Ein Seufzer der Genugtuung scheint dieser Tage durch die Medien zu gehen, nachdem Präsident Bush seine Wahrheitsverweigerung aufgab und den Sieg im Irak erstmals relativierte. Wer weiss, vielleicht greift jetzt dieselbe Strategie wie bei Bin Laden, der von „Most Wanted“ auf „Irrelevant“ umklassiert wurde, nachdem die Jagd erfolglos blieb. Demnach werden wir schon bald vernehmen können, ein Sieg sei gar nicht das wirkliche Ziel, sondern vielmehr die Koexistenz der Ethnien im Irak. Ein Schelm, wer dann an die Zeit unter Saddam denkt.
Es wäre eine weitere Episode in der Reihe von Willkürlichkeiten im Umgang mit dem, was man in der Prä-Bush-Ära Wahrheit nannte. Von den vielen Absurditäten – von denen wir hierzulande die meisten gar nicht mitbekommen haben – waren jene im Vorfeld dieses Krieges wohl die verheerendsten. Mein Favorit im Wetteifern um den grössten Bullshit jener Tage: Der Vorwurf an Frankreich und Deutschland, sie hätten mit ihrer Weigerung zur Teilnahme am Krieg die Drohkulisse torpediert und seien deshalb Schuld, dass es schliesslich zum Krieg kam. Erinnern wir uns: Es wurde ein Krieg angezettelt, weil man der Option der UN-Inspektionen überdrüssig war. Mehr Leichtsinn war nie seit 1914.
Die Ratlosigkeit ist gross nach diesem Desaster. Besonders augenfällig wird sie, wenn man unsere europäische Zaungastrolle betrachtet: Wir, die wir kaum Soldaten geschickt haben und uns deshalb weniger um deren Schicksal als um jenes des Irak sorgen. Wir hören erleichtert von Bakers Exit-Strategien und Truppenabzug, und denken gleichzeitig: Ja aber was kommt denn dann? Zuerst wird ein Land zerrüttet, wie Kinder in einen Ameisenhaufen treten. Nach dem Motto „jetzt schiessn ma mal und schaun was passiert“. Und jetzt wollen die sich einfach aus dem Staub machen? Mit einer Hinterlassenschaft, deren Genesung vielleicht mehrere Generationen dauern wird?
Und plötzlich ist man versucht, Bush beizupflichten in seinem Standpunkt, da zu bleiben und die Sache zu Ende zu bringen. Vielleicht ist sein Rückgrat diesmal tatsächlich hilfreich auf der Suche nach einem Masterplan. Und wenn dieser dereinst umgesetzt werden kann, haben die USA vielleicht wieder einen richtigen Präsidenten.
Es wäre eine weitere Episode in der Reihe von Willkürlichkeiten im Umgang mit dem, was man in der Prä-Bush-Ära Wahrheit nannte. Von den vielen Absurditäten – von denen wir hierzulande die meisten gar nicht mitbekommen haben – waren jene im Vorfeld dieses Krieges wohl die verheerendsten. Mein Favorit im Wetteifern um den grössten Bullshit jener Tage: Der Vorwurf an Frankreich und Deutschland, sie hätten mit ihrer Weigerung zur Teilnahme am Krieg die Drohkulisse torpediert und seien deshalb Schuld, dass es schliesslich zum Krieg kam. Erinnern wir uns: Es wurde ein Krieg angezettelt, weil man der Option der UN-Inspektionen überdrüssig war. Mehr Leichtsinn war nie seit 1914.
Die Ratlosigkeit ist gross nach diesem Desaster. Besonders augenfällig wird sie, wenn man unsere europäische Zaungastrolle betrachtet: Wir, die wir kaum Soldaten geschickt haben und uns deshalb weniger um deren Schicksal als um jenes des Irak sorgen. Wir hören erleichtert von Bakers Exit-Strategien und Truppenabzug, und denken gleichzeitig: Ja aber was kommt denn dann? Zuerst wird ein Land zerrüttet, wie Kinder in einen Ameisenhaufen treten. Nach dem Motto „jetzt schiessn ma mal und schaun was passiert“. Und jetzt wollen die sich einfach aus dem Staub machen? Mit einer Hinterlassenschaft, deren Genesung vielleicht mehrere Generationen dauern wird?
Und plötzlich ist man versucht, Bush beizupflichten in seinem Standpunkt, da zu bleiben und die Sache zu Ende zu bringen. Vielleicht ist sein Rückgrat diesmal tatsächlich hilfreich auf der Suche nach einem Masterplan. Und wenn dieser dereinst umgesetzt werden kann, haben die USA vielleicht wieder einen richtigen Präsidenten.



