Wird Obama Schweizer Premier?
In ziemlich genau einem Jahr wird der neue US-Präsidentin vereidigt, und bereits jetzt wird hierzulande darüber berichtet, als sei’s die heisseste Phase der Nationalratswahlen. Mike Huckabee rockt in Iowa? Dafür reserviert HeuteMorgen auf DRS1 glatte 5 Minuten als „main feature“. CNN berichtet derweil von entlaufenen Katzen.
Man braucht dieser Tage kein Echo-Hörer zu sein, um behaupten zu können, man wisse mehr über das US-Kandidatenkarussell als mancher US Bürger. Jeder Gratiszeitungskonsument weiss mittlerweile, wer der Mormone ist, und dass Giuliani den Evangelikalen nicht passt.
Die Berichterstattung über diesen Wahlkampf scheint wie eine Trotzreaktion der Journaille auf die These, dass der Einfluss der USA in der Welt am Schwinden sei. Clinton gewinnt wider Erwarten in New Hampshire? Anlass genug, über die Flüchtigkeit demoskopischer Aussagen zu sinnieren. Obama punktet beim Jungvolk? Sofort werden Thesen vom Ende einer 30jährigen Ära des Konservatismus debattiert. Die „Soft Power“ der USA mag mancherorts gelitten haben – in der westlichen Welt jedoch hat sie kaum an Strahlkraft eingebüsst.




